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Drei Altstädte Tour Etappe 3 - BERGESCHE JONG - Remscheid

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Drei-Altstädte-Tour - Etappe 3
Von Wuppertal-Hahnerberg nach
Solingen-Gräfrath

Auf unsere dritten und letzte Etappe auf dem Weg von Wuppertal-Beyenburg nach Solingen-Gräfrath führt dieser Abschnitt unserer Wanderung auf Teilen des Wupperweges. Dieser gehört zu den besonders abwechslungsreichen und landschaftlich reizvollen Etappen der Route.

Auftakt mit Panorama

Schon zu Beginn eröffnet sich uns ein eindrucksvolles Panorama: Vom Jung-Stilling-Weg aus führt uns der Weg zunächst über eine Anhöhe mit weiten Ausblicken auf Wuppertal und die umliegenden Höhenzüge. Bei klarem Wetter erleben wir hier ein beeindruckendes Zusammenspiel aus urbaner Silhouette und grüner Mittelgebirgslandschaft – ein typisches Bild für die Region zwischen Industriegeschichte und Natur.

Der Weg in Richtung „Im Honigstal“ verläuft ruhig weiter über die Höhe und wird von offenen Flächen sowie lockerem Baumbestand begleitet. Bald erreichen wir die Hofschaft Obere Rutenbeck. Diese typische bergische Siedlungsform mit ihren Häusern, Hecken und kleinen Gärten vermittelt uns eine idyllische, beinahe zeitlose Atmosphäre.
Sambatrasse und Kaisereiche
Von der Hofschaft aus führt uns der Weg über die Brücke der Sambatrasse zur Kaisereiche. Die ehemalige Burgholzbahn – wegen ihres kurvenreichen Verlaufs „Samba“ genannt – wurde Ende des 19. Jahrhunderts zur Versorgung der Cronenberger Werkzeugindustrie gebaut. Neben dem Nahverkehr zwischen dem Wuppertaler Stadtzentrum und Cronenberg diente die Bahn vor allem als Anbindung beliebter Ausflugsziele wie dem Zoo Wuppertal, dem Stadion am Zoo, dem Waldgebiet Burgholz und dem Freibad Neuenhof. Der überwiegende Teil der Sambatrasse ist noch heute vorhanden, die Gleise wurden jedoch vollständig zurückgebaut. Heute ist die stillgelegte Trasse ein beliebter Fuß- und Radweg. Die Kaisereiche selbst ist ein historischer Gedenkbaum, der 1871 zur Erinnerung an die Reichsgründung gepflanzt wurde. Der Eichenbaum wuchs und gedieh. Zum Schutz wurde daher ein eisernes Gitter angebracht, welches im Laufe der Zeit mehrfach restauriert wurde.

Staatsforst Burgholz – Natur und Geschichte
Dem Weg nach rechts folgend verändert sich mit dem Eintritt in den Staatsforst Burgholz die Landschaft deutlich. Der Wald wird dichter, und die Geräusche der Zivilisation treten spürbar in den Hintergrund. Der folgende rund 7,2 Kilometer lange Abschnitt bis zum Burgholzbach ist geprägt von ruhigen Waldpassagen und einem teils steileren Anstieg. Besonders beeindruckend ist das Arboretum mit seiner großen Vielfalt an Baumarten aus aller Welt. Nadel- und Laubwälder wechseln sich ab und sorgen je nach Jahreszeit für eindrucksvolle Farb- und Lichtstimmungen. Wir queren den Glasbach, der westlich durch das Arboretum fließt und nach etwa einem Kilometer in die Wupper mündet. Nach rund 5,7 Kilometern folgen wir dem Weg in Richtung Burggrafenberg weiter bis ins Tal der Wupper.

Auch historische Spuren begegnen uns hier: Am Hang des Burgholzbachtals entdecken wir die Reste einer Ringwallanlage, deren genaue Herkunft bis heute nicht vollständig geklärt ist. Von der Ringwallanlage sind nur noch Geländeformationen im Wald erhalten, welche als Bodendenkmal unter Schutz gestellt sind. Zudem erinnert eine Gedenkstätte an ein dunkles Kapitel der Geschichte in Burgholz – an die Opfer des NS-Verbrechen im März 1945. Die NS-Morde waren Verbrechen zum Ende des zweiten Weltkrieges 1945. Durch Hinweise aus Widerstandskreisen wurde im August 1945 das Grab aufgefunden. Nach der Identifizierung wurden 6 Frauen und 24 Männer gezählt, wobei bis auf eine Frau die Opfer bis heute unbekannt  geblieben sind.

Hinter dem Denkmal führt uns der Wanderweg erst einmal bergab. Am Burgholzbach angekommen, stoßen wir auf ehemalige Stauteiche, die einst Hammerwerke und Schleifkotten mit Wasser versorgten. Hier finden wir auch die Überreste der Grundmauern des ehemaligen Kremershammers. Kurz darauf unterqueren wir die Schnellstraße L74, bevor wir über eine Brücke die Wupper überqueren und damit die Perspektive wechseln.

Aufstieg ins Friedenstal
Auf Solinger Stadtgebiet beginnt nun ein allmählicher Anstieg durch das Friedenstal. Ein schmales Sträßchen führt uns bergauf – dieser Abschnitt erfordert etwas Kondition. Alternativ können wir auch den parallel verlaufenden Wanderweg „Bergischer Weg“ nutzen.

Nach etwa 600 Metern erreichen wir einige Fischteiche – ein ruhiger und landschaftlich reizvoller Ort, der sich ideal für eine kurze Pause eignet. Anschließend führt uns der Weg weiter hinauf über den Flockertsholzer Weg bis zum Sportplatz des B.V. Gräfrath. Kurz hinter dem Sportplatz biegen wir nach rechts ab und gelangen zum markanten Lichtturm, einem ehemaligen Wasserturm, der heute für Lichtinstallationen und Veranstaltungen genutzt wird. Der Turm wurde bereits 1904 errichtet und 1983 stillgelegt. Weiter geht es auf der gegenüberliegenden Straßenseite, vorbei am Tierpark Fauna und dem Kriegerdenkmal zu Ehren der Gefallenen des Ersten Weltkrieges, hinein in die Gräfrather Heide.

Nach dem wir die Gräfrather Heide hinter uns gelassen haben, folgen wir der Straße nach rechts und machen einen lohnenden Abstecher zum Deutschen Klingenmuseum, das die Geschichte der Schneidwaren und der Solinger Handwerkskunst eindrucksvoll präsentiert. Von hier aus sind es nur wenige Schritte bis zum ehemaligen Augustinerinnenkloster aus dem 12. Jahrhundert

Ziel: Historische Altstadt von Gräfrath
Der letzte Abschnitt führt uns hinab in die Altstadt von Gräfrath. Kopfsteinpflaster, historische Gebäude und enge Gassen prägen das Bild. Die gut erhaltene Altstadt gehört zu den schönsten historischen Ortskernen Nordrhein-Westfalens. Hier in einer der zahlreichen Einkehrmöglichkeiten endet unsere Wanderung von Wuppertal-Beyenburg nach Solingen-Gräfrath.

Fazit
Diese Etappe des Wegs vereint auf eindrucksvolle Weise Natur, Geschichte und Kultur. Von weiten Ausblicken über ruhige Waldpassagen bis hin zur historischen Altstadt von Gräfrath erleben wir eine große landschaftliche Vielfalt. Trotz einiger Anstiege ist die Strecke gut zu bewältigen und bleibt durch ihre abwechslungsreiche Führung stets kurzweilig. Wer das Bergische Land in seiner ganzen Bandbreite entdecken möchte, findet in diesem Abschnitt eine besonders lohnenswerte Wanderung.

"Bergesche Jong"
Mirko Metzger
Nüdelshalbach 72
42855 Remscheid
0049 - 1722101311
mirko@bergesche-jong.de
(c) 2025 Bergesche Jong
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