Drei-Altstädte-Tour - Etappe 1 Von Wuppertal-Beyenburg nach Remscheid-Lüttringhausen Die erste Etappe der Drei-Altstädte-Tour führt uns von Wuppertal-Beyenburg nach Remscheid-Lüttringhausen – eine Wanderung, die eindrucksvoll zeigt, was das Bergische Land seit Jahrhunderten prägt: lebhafte Topographie, wasserreiche Kerbtäler, stille Wälder, aussichtsreiche Höhenzüge und immer wieder historische Spuren einer alten Kulturlandschaft. Die rund 11 Kilometer umfassende Strecke verbindet Naturerlebnis, kulturgeschichtliche Einblicke und landschaftliche Vielfalt auf bemerkenswerte Weise. Start in Beyenburg – Fachwerk, Kloster und Wupperromantik Wir beginnen unsere Wanderung in Beyenburg-Mitte und folgen zunächst der Beyenburger Freiheit aufwärts. Schon nach wenigen Schritten eröffnet sich der Blick auf den historischen Ortskern, der 1303 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die Lage des Ortes in einer markanten Schleife der Wupper verleiht Beyenburg seine unverwechselbare Atmosphäre. Hier reihen sich liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser aneinander, deren Schieferfassaden und grünen Fensterläden typisch für das Bergische Land sind. Oberhalb des Ortes thront die Klosterkirche St. Maria Magdalena, der sogenannte Beyenburger Dom. Das ehemalige Zisterzienserkloster prägt bis heute das Ortsbild. Besonders beeindruckend ist die ruhige, fast klösterliche Stimmung, die über dem Höhenrücken zu liegen scheint. Von hier hat man einen weiten Blick über die Wupperlandschaft – ein perfekter Auftakt für die Tour. |
Über eine Treppe steigen wir hinab zur Beyenburger Furt, einem alten Übergang über die Wupper. Nachdem wir das Wasser gequert haben, erreichen wir die kleine Kapelle „Maria im Schnee“. Mit ihrer gepflegten Gartenanlage, den Blumenbeeten und dem kleinen Rastplatz wirkt sie wie ein stiller Ruhepol. Wir setzen unseren Weg entlang des Beyenburger Stausees fort, einem der kleinsten, aber landschaftlich reizvollsten Stauseen des Bergischen Landes. Die Ruhe des Wassers, die dichten Wälder an den Ufern und der Blick hinauf zur Klosterkirche bilden ein stimmungsvolles Ensemble – ein Fotomotiv, das man kaum besser inszenieren könnte. Aufstieg nach Rottland – Waldpfade und Fernblicke Über die erneuerte Blaue Brücke wechseln wir die Talseite und steigen dem Zeichen (W) folgend Richtung Rottland hinauf. Ein Waldweg des Wanderweges A2 führt uns durch einen stillen Hangwald entlang des Nöllenberger Bachs. Das Plätschern des Baches begleitet uns. Der Aufstieg verläuft auf einem Forstweg, angenehm schattig an warmen Tagen, aber auch bei kühlem Wetter atmosphärisch. Am Reiterhof Nöllenberg öffnet sich unvermittelt die Landschaft. Hinter den Weiden mit ihren Pferdekoppeln weitet sich der Blick über die Hügel des Bergischen Landes. An klaren Tagen reicht die Sicht über die Wupperhänge hinweg. Diese Aussicht zählt zu den Höhepunkten des ersten Etappenteils. Hinter Rottland wechseln wir auf den Wanderweg A3, der uns zunächst Richtung Stoffelsberg führt. Doch bald zweigt der Weg auf einen stillen Wald- und Wiesenpfad ab; eine besonders malerische Passage. Wir queren den Hengstener Bach, dessen feuchte, kühle Kerbe Lebensraum für zahlreiche Amphibien ist, und erreichen schließlich Niedersondern. Zwischen weiten Weiden, Bachläufen und den weithin sichtbaren Hochspannungsmasten führt die Route entlang der Straße zur Windfoche. Nach der Querung der L411 biegen wir in die Straße Herbringhausen ein. Zur Herbringhauser Talsperre Schon nach ein paar Meter tauchen wir nach links wieder in abwechslungsreiche Waldpassagen ein. Der A3 begleitet uns über kleine Brücken, schmale Waldwege und lichte Wiesenflächen, die wie natürliche Fenster in der Waldkulisse wirken. Das Herbringhauser Bachtal, seit 1989 als Naturschutzgebiet ausgewiesen, beeindruckt mit naturnahen Bachläufen, urwüchsigen Uferbereichen und einer Vielfalt an feuchten Lebensräumen. Hier finden sich seltene Schmetterlingsarten, Erdkröten, Feuersalamander, Ringelnattern und zahlreiche Vogelarten, die das abgeschiedene Tal nutzen. Die Herbringhauser Talsperre, zwischen 1898 und 1901 erbaut, zählt zu den ältesten Trinkwassertalsperren Nordrhein-Westfalens. Ihre geschwungene Staumauer und das tief eingeschnittene Tal erzeugen eine fast fjordartige Stimmung. Nach der Überquerung der Staumauer folgen wir dem Wegzeichen A4, das uns entlang des stillen Ufers führt. Das ruhige Wasser spiegelt die steilen Hänge und wirkt an windstillen Tagen beinahe mystisch. Am Ende der Uferpassage erreichen wir die L81. Durch den Lüttringhauser Stadtwald und die Garschager Heide Auf der anderen Seite der Straße steigen wir ein weiteres Mal bergan. Zunächst begleitet uns das Wegzeichen (W), das uns zwischen Hochspannungsleitungen, Waldrändern und offenen Wiesenabschnitten nach Remscheid hineinführt. Schließlich erreichen wir den Lüttringhauser Stadtwald, eine weitläufige, teils naturbelassene Waldlandschaft. Hier übernimmt der bekannte Röntgenweg (R) die Führung. Kurz vor der Olper Höhe, einem beliebten Startpunkt für Spaziergänge und Joggingrunden, biegen wir nach links Richtung Garschager Heide ab. Der Marscheider Bach begleitet uns ein Stück weit, bevor er später in die Wupper mündet. Die Garschager Heide selbst ist heute weniger eine klassische Heidelandschaft, sondern vielmehr ein abwechslungsreiches Mosaik aus Wald, Wiesen, Lichtungen und Wegen. Gerade dieses Nebeneinander macht den Reiz des Gebiets aus. Ziel: Der ehemalige Bahnhof Lüttringhausen Nach insgesamt rund 11 Kilometern erreichen wir schließlich die Beyenburger Straße und nach ein paar Metern stehen wir vor dem ehemaligen aber runter gekommenen Bahnhofsgebäude Lüttringhausen. 1868 eröffnet, wird es heute privat mehr oder mweniger genutzt; der Haltepunkt besteht nur noch in reduzierter Form. Von hier aus ist die Altstadt Lüttringhausen, mit ihren engen Gassen und der idyllischen Evangelischen Kirche nur einen Kilometer entfernt. Ein perfekter Ort für eine Stärkung, ein Getränk oder ein Eis – und um die Eindrücke der Tour nachklingen zu lassen. Lüttringhausen war bis 1929 eine eigenständige Stadt und lag einst direkt an der bedeutenden Hanse-Handelsstraße von Brügge über Lennep nach Lübeck. Außerdem wurde hier Adolf Clarenbach, einer der frühen Reformatoren des 16. Jahrhunderts, geboren. Fazit – Etappe 1 Eine vielseitige und stimmungsvolle Tour, die das Herz des Bergischen Landes sichtbar und erlebbar macht: idyllische Dörfer, historisch bedeutsame Kirchen und Klosteranlagen, stille Wälder, lebendige Bachtäler, Talsperren und aussichtsreiche Höhenzüge wechseln sich in harmonischem Rhythmus ab. Die Wanderung endet in der charmanten Altstadt von Lüttringhausen und macht unmissverständlich Lust auf die zweite Etappe der Drei-Altstädte-Tour. |